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UNSERE GESCHÄFTSLEITUNG BAAR IM GESPRÄCH.

Unterschiedlicher geht es kaum, doch genau diese Mischung macht es aus: DAVID HONEGGER und THOMAS REICHMUTH teilen sich seit anderthalb Jahren die Geschäftsleitung von Binelli Group Baar. Eine erste Bilanz in Form eines freundschaftlichen Gesprächs.

Text: Jan Gross
Foto: Mirjam Kluka

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Porträt Baar 4

DAVID HONEGGER Vor 18 Monaten hat unsere gemeinsame Reise begonnen. Wer hätte damals gedacht, dass wir als Duo so gut funktionieren?

THOMAS REICHMUTH Die Zeit fliegt! Du hast recht: Wir harmonieren richtig gut. Um ehrlich zu sein, hatte ich schon meine Bedenken, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe. Da dachte ich mir: «Mamma mia, hoffentlich kommt das gut.»

HONEGGER (schmunzelt) Wirklich? Warum denn?

REICHMUTH Du bist jemand, der sehr viel Wert auf sein Äusseres legt. Mit deinen geschniegelten Outfits und den gegelten Haaren. Ich bin da ziemlich anders. Mittlerweile gefällt mir dein Stil aber gut.

HONEGGER Du bist deutlich dezenter unterwegs – so ziemlich das Gegenteil von mir. Der Anzug ist für mich eine schöne Arbeitskleidung. In der Freizeit bin ich aber gerne leger unterwegs.

REICHMUTH Wie muss ich mir das vorstellen?

HONEGGER Meistens sieht man mich in Jeans und T-Shirt. Einfach viel farbenfroher als im Job. Ich liebe Mode und bin ein echter Schuh-Liebhaber: Zuhause stehen an die 100 Paare.

REICHMUTH Was? 100 Paare?! Bei mir sind es etwa acht, wenn ich die Sportschuhe mitzähle (lacht).

HONEGGER Mir tut das enorm gut, wenn ich nach einem strengen Tag in die Stadt fahre und mich in den Läden inspirieren lasse.

REICHMUTH Was ging eigentlich dir durch den Kopf bei unserer ersten Begegnung?

HONEGGER Ich war neugierig und freudig aufgeregt. So ein Standortwechsel von Zürich nach Zug ist nicht ganz ohne. Pascal Spillmann, unser Geschäftsleiter Aftersales der Filiale Zürich, hat mich vom Typ sehr an dich erinnert. Da ich gut mit ihm klarkomme, dachte ich mir schon, dass das auch mit uns klappt.

REICHMUTH Mit Binelli Group warst du ja bereits bestens vertraut …

HONEGGER 2013 habe ich bei Binelli Group als Automobilverkäufer gestartet. Nach drei Jahren bin ich dann kurz branchenfremdgegangen als Key Account Manager im Lebensmittelbereich. Dort fand ich es aber zu langweilig und war am Abend immer noch voller Elan und Motivation. Deshalb konnte ich in dieser Zeit das Diplom zum Betriebswirtschafter abschliessen.

 

«Thomas ist ein Machertyp, der gleich anpackt und nicht lange diskutiert.»

- David Honegger

 

REICHMUTH Wie bist du zu Binelli Group zurückgekommen?

HONEGGER Ich war damals in den Ferien in Ibiza. Aus heiterem Himmel kam das Telefon von der Geschäftsleitung. Sie hat mir einen neu geschaffenen Posten als «Markenverantwortlicher Stv. Leiter Verkauf» angeboten. Ich nahm den Job an – ohne grosse Führungserfahrung. Es lief gut, die Zahlen stimmten und ich baute während drei Jahren etwas Schönes auf. Im November 2020 wurde ich gefragt, ob ich mit dir die Geschäftsleitung übernehmen möchte.

REICHMUTH Das ist schon speziell, nicht? Wir arbeiten täglich zusammen und erfahren trotzdem immer wieder Neues übereinander. Die Zeit rast einfach viel zu schnell!

HONEGGER (nickt) Es gibt vieles, was wir noch nicht im Detail besprochen haben. Ich habe meine Lehre zum Beispiel als Automechaniker bei BMW absolviert.

REICHMUTH Du und Automechaniker? Das glaube ich nicht (lacht)!

HONEGGER Kein Witz. Als Jugendlicher dachte ich mir: Zuerst der Diagnostiker, dann die Meisterprüfung und zum Schluss die Ingenieurschule Biel. Schon nach zwei bis drei Tagen in der Werkstatt merkte ich: Der Job ist nichts für mich. Ich mag keine ölverschmierten Hände. Deshalb trug ich Handschuhe zum Arbeiten. Etwas seltsam, ich weiss (lacht).

REICHMUTH Sogar in der Werkstatt magst du es chic!

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David Honegger & Thomas Reichmuth 1

HONEGGER Auf jeden Fall war ich freitags immer der Letzte am Waschtrog, da ich auf keinen Fall schwarze Abdrücke auf den Fingern wollte. Ich klopfte auch täglich die Fussmatte meines Dienstwagens aus. Trotzdem habe ich die Lehre abgeschlossen und sehr genossen. Danach habe ich mich fürs KV entschieden und der Rest ist Geschichte.

REICHMUTH Mein Start ins Berufsleben war ebenfalls als Automechaniker.

HONEGGER Du hattest doch auch was mit Booten zu tun?

REICHMUTH Ja genau. Mein Vater war Chauffeur und so kam ich auf die Idee einer Automechlehre. Als Realschüler rechnete ich mir keine allzu grossen Chancen aus. Trotzdem wählten sie mich aus acht Bewerbern. Und ich habe einen super Lehrabschluss erreicht. Danach folgte eine Weiterbildung zum Diagnostiker und ich arbeitete insgesamt 19 Jahre auf dem Beruf. Schliesslich hatte ich genug von Autos und machte mein Hobby zum Job: Motorboote. Dazu gekommen bin ich über ein Modell der Marke Mastercraft, welches ich als Occasion gekauft hatte. Ich kannte den Importeur und dieser suchte jemanden, der sich gut mit Elektronik und Technik auskennt.

HONEGGER Boote und Wasser spielen heute noch eine grosse Rolle für dich, oder?

REICHMUTH Genau. Auf dem Zugersee verbringe ich mit meiner Familie den Grossteil des Sommers. Ob zum Wakeboarden, Sonnetanken oder Entspannen. Komm doch mal mit.

HONEGGER Das wäre eine gute Therapie für mich. Ich bin ziemlich wasserscheu. Aber zurück zum Thema: Wie bist du dann zu Binelli Group gekommen?

REICHMUTH Durch einen meiner besten Freunde. In meiner Freizeit haben wir jede freie Minute an Autos rumgeschräubelt. Das liebe ich heute noch, dieses Rumwerkeln. Er hat damals als Betriebsleiter bei Binelli Group gearbeitet und suchte Unterstützung in der Werkstatt. Leider ist er nach meiner Zusage innerhalb einer Woche an einer Hirnblutung verstorben.

HONEGGER Das tut mir sehr leid …

REICHMUTH Zuerst wollte ich die Stelle ohne ihn nicht antreten. Ich war zutiefst bestürzt. Doch nach der Beerdigung kam der damalige Geschäftsleiter auf mich zu und meinte, er habe schon viel von mir gehört. So stellte er mich ein – nicht als Werkstattchef, sondern Betriebsleiter Aftersales. Das war mir eine riesige Ehre. Früher hätte ich mir nie erträumt, einen solchen Posten zu besetzen. Deshalb trat ich ihn mit einem gewissen Respekt an.

 

«Was mir besonders an David gefällt, ist seine präsente und aktive Art.»

- Thomas Reichmuth

 

HONEGGER Und 14 Jahre später leiten wir zusammen den Betrieb – recht erfolgreich, wie es scheint (lacht).

REICHMUTH Du im Verkauf Neuwagen und Occasionen, ich im gesamten Aftersales.

HONEGGER … und immer im Zusammenspiel.

REICHMUTH Das ist mir enorm wichtig. Ich mag dieses Gärtchendenken überhaupt nicht. Wir sind ein Betrieb mit vielen Synergien und führen ihn darum auch so.

HONEGGER Deshalb klappt’s so gut. Wir haben unseren Fachbereich, ergänzen uns gleichzeitig super. Wenn du meinem Team einen Tipp gibst, schätze ich das enorm.

REICHMUTH Genauso freut es mich, dass du Rückmeldungen gibst, wenn dir etwas auffällt. Wir sind aufeinander angewiesen, um stark zu sein: Du unterstützt mich, um die Werkstatt zu füllen. Umgekehrt hilft dir die Werkstatt, den Verkauf anzukurbeln.

HONEGGER Exakt. Ohne Miteinander geht nichts.

REICHMUTH Ich finde es enorm schön, dass wir diese Ansicht teilen. Auch beim Einstellen von neuen Mitarbeitenden. Selbst die talentierteste Person kann zur Last werden, wenn sie menschlich nicht passt.

HONEGGER Darum setzen wir neben dem fachlichen Know-how auf positive Menschen, die teamfähig, offen und kommunikativ sind und ein enorm kundenorientiertes Mindset mitbringen. Gibt es eigentlich etwas, das du in deinem Arbeitsalltag besonders schätzt?

REICHMUTH Meine Tage sind sehr unterschiedlich. Das macht es für mich aus. Ich habe mal alle Tätigkeiten notiert, die ich erledige. Das fängt bei schönen Gesprächen mit der Kundschaft an und hört bei der Unterstützung in der Werkstatt auf. Was mich anspornt: Prozesse laufend anpassen und nie stehen bleiben. So sind wir gerüstet für die Zukunft. Ich packe am liebsten gleich an und lege los.

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David Honegger & Thomas Reichmuth 2

HONEGGER Ich sehe meine grösste Mission darin, die Mitarbeitenden als Coach zu führen und eine angenehme Atmosphäre für sie zu schaffen. Ich bin an der Front bei meinem Team, gebe Tipps und stehe beratend zur Seite. Haben wir gemeinsam unsere Ziele erreicht, werden neue definiert. Wichtig ist mir auch eine offene Feedbackkultur. Fehler können überall passieren. Mich im Büro zu verstecken, ist nicht meine Art.

REICHMUTH Bist du privat auch so aktiv?

HONEGGER Bei mir vergeht kein Tag, an dem ich nicht unterwegs bin. Ob ich auswärts essen gehe, eine schöne Spritztour ins Tessin unternehme oder mir ein bisschen Wellness gönne. Am liebsten und häufigsten bin ich auf dem Golfplatz.

REICHMUTH Stimmt! Davon hast du mir erzählt. Ist dir das dann nicht zu ruhig?

HONEGGER Im Gegenteil: Für mich ist Golf der perfekte Sport und der ideale Ausgleich zum Geschäft. Darum bin ich durchschnittlich zwei Mal pro Woche auf dem Platz. Egal bei welchem Wetter.

REICHMUTH Wahrscheinlich immer perfekt gestylt (zwinkert).

HONEGGER Logisch! Wie sieht das bei dir aus?

REICHMUTH Also, ich bin am liebsten auf dem See oder mit dem Velo unterwegs.

HONEGGER Beim Velo: Ganz klassisch oder mit elektrischer Unterstützung?

REICHMUTH Ein E-Bike kommt für mich erst infrage, wenn ich nicht mehr von alleine mag. Momentan setze ich noch auf mein Mountainbike. Mit meiner Frau habe ich schon die Rigi Scheidegg oder das Davoser Jakobshorn bezwungen. Ich denke beim Hochstrampeln jedes Mal: «Warum tust du dir das an?» Die Aussicht und die schöne Natur am Ziel machen jedoch alles wett.

HONEGGER Du hast einige Bikes in deiner Garage, wenn ich mich richtig erinnere.

REICHMUTH Zurzeit sind es drei. Dazu kommen ein paar Autos. Das tönt jetzt extrem luxuriös, ist es aber nicht. Die meisten Fahrzeuge kaufe ich als Occasion oder im defekten Zustand. Danach bringe ich sie mit meinem Junior auf Vordermann. Wir haben zum Beispiel einen defekten MINI Cooper S in Stand gesetzt oder für ein schönes Schulprojekt ein Auto komplett neu foliert.

 

«Bis zur Pension zusammenarbeiten? Liebend gerne!»

- Thomas Reichmuth

 

HONEGGER Da unterscheiden wir uns tatsächlich stark. Ich mag es am liebsten, wenn schon alles fertig ist. Für das Handwerken habe ich keine Geduld. Du geniesst den Weg zum Ziel. Ich bin am liebsten schon von Anfang an da.

REICHMUTH Für mich ist es eine Passion, bei der ich mich zu hundert Prozent  verausgaben kann. Ähnlich wie im Beruf: Anpacken und umsetzen.

HONEGGER War da nicht noch diese verrückte Geschichte mit dem Wohnwagen?

REICHMUTH Ja genau. Während der Pandemie ergatterte ich einen Stellplatz auf dem Camping am Ägerisee. Mit traumhafter Sicht! Meine Frau und ich haben uns einen gebrauchten Wohnwagen gekauft mit einem morschen Boden. Was bedeutete: Alles ausmessen und neu auslegen. Während zwei Wochen waren wir jeden Abend in unserer eigenen Werkstatt. Ein cooles Familienprojekt.

HONEGGER Deine Daniel-Düsentrieb-Art finde ich bewundernswert. Es ist echt schön, wie du bei deinen Projekten aufblühst.

REICHMUTH Auch etwas, das uns verbindet: Wir sind enorm begeisterungsfähig.

HONEGGER Privat wie im Beruf. Denke nur an unseren neuen MINI Showroom in Baar-Sihlbrugg. Darauf freue ich mich wie ein kleines Kind.

REICHMUTH Dieses Projekt ist etwas ganz Besonderes. Vor einiger Zeit entstand die Idee. Unsere Premium Marke MINI machen wir an einem neuen Standort noch grösser. Auch für die erstklassigen Occasionen haben wir einen viel besseren und attraktiveren Platz gefunden. Die Kundschaft wird sich bestimmt auch sehr darüber freuen. Ich bin enorm gespannt.

HONEGGER Oh ja! Und danach? Machen wir gemeinsam weiter bis zur Pension?

REICHMUTH Liebend gerne. Vor allem auch, weil wir so eine tolle Kundschaft haben. Bei dir dauert's aber deutlich länger als bei mir (lacht).

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David Honegger (41)

hat 2013 als Automobilverkäufer gestartet. Acht Jahre später folgte der erträumte Aufstieg ins Management: Als Leiter Vertrieb führt er den Bereich Verkauf Neuwagen und Occasionen der Standorte Baar und Sihlbrugg.

Thomas Reichmuth (54)

ist gebürtiger Zuger und würde seine Heimat für kein Geld der Welt verlassen. Bei Binelli Group hat er als Leiter Aftersales seit 14 Jahren das Kommando im gesamten Service-Bereich.

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Katrina Wenger, UL-Mitglied und CMO, vertraut auf stetige Weiterentwicklung.